Wenn in der Politik mit gespaltener Zunge agiert wird
Liebe Blog-Freunde,
hier nun der dritte Teil zur gespaltenen Zunge. Danach komme ich auch wieder auf ein Erftstadt-übergreifendes Thema zu spechen. Aber Vorsicht: ich komme sicher auch wieder auf meine alte (politische) Heimat zurück. Nicht zu früh freuen. ... . :-)
hier nun der dritte Teil zur gespaltenen Zunge. Danach komme ich auch wieder auf ein Erftstadt-übergreifendes Thema zu spechen. Aber Vorsicht: ich komme sicher auch wieder auf meine alte (politische) Heimat zurück. Nicht zu früh freuen. ... . :-)
Man kann es kaum nachvollziehen, aber trotz der in Teil 1
und 2 angesprochenen Ereignisse hat sich Bernd Bohlen bereit erklärt für die SPD den Wahlkampf
entscheidend zu gestalten. Logisch, dass man in seiner Situation aber nicht
mehr bereit ist, wenn eben jene selbst ernannten Gutmenschen meinen, er und das
Wahlkampfteam (dem auch der Parteivorsitzende mit angehören sollte) müssten aber
alles mit ihnen, dem Gesamtvorstand in der Gesamtheit in jedem einzelnen Detail
abstimmen. Einem im Übrigen völlig überdimensionierten Gremium von 25 Personen,
bei dem Jede und Jeder mitmachen durfte, der sich im Zweifel auch nur selber
berufen fühlte oder berufen hat (lassen). Jeder sollte mitreden dürfen. Eben getreu
dem nach Außen getragenen Wunsch nach mehr Offenheit und Transparenz. Nochmals:
dieser Wunsch ist grundsätzlich legitim, aber er muss auch umsetzbar sein. Wie
soll ein derart überdimensionierter Vorstand innerhalb kürzester Zeit agieren? Dann, wenn im
Wahlkampf auch mal schnelle Entscheidungen und rasches Handeln notwendig sind, rechtzeitig mac Statuten einberufen werden? Und will dann jeder einzelne Beisitzer ernsthaft um jede
Formulierung in einem Flyer feilschen? Eigentlich eher unwahrscheinlich, weil unpraktikabel. Aber in Erftstadts SPD stellen sich das einige tatsächlich so vor.
Wie gesagt, wo möglich breite Diskussion und Beteiligung, da
bin ich für. Ich legte zu meiner Zeit als Vorsitzender beispielsweise stets großen
Wert darauf, dass Beschlüsse grundsätzlich im gesamten Vorstand gefasst und dort auch diskutiert wurden. Ein Grund, der mir letztlich mit zum „Verhängnis“ wurde
und zum „Wegmobben“ meiner Person führte. Tatsächlich. Diejenigen, welche am lautesten nach
mehr Offenheit und Transparenz riefen und auch heute noch rufen, wollten zunehmend
Entscheidungen aus eben diesem Gesamtvorstand heraushalten und stattdessen in einem
sog. „geschäftsführenden Vorstand“ beraten und entscheiden. Immerhin, sie
hätten dort eher für ihre Positionen eine Mehrheit gefunden, als im Gesamtvorstand.
Gleichwohl sieht die Satzung der Erftstädter SPD bis heute meines Wissens einen
solchen „geschäftsführenden Vorstand“ gar nicht vor. So viel zum Demokratie-Verständnis
Einzelner, die sich gerade in der jüngsten Vergangenheit als Vorbild-.Demokraten
darstellen wollen.
Fakt ist zudem leider auch, das sich der SPD-Vorstand seit
geraumer Zeit als wenig bis gar nicht handlungsfähig erwiesen hat, selbst im einfachen Tagesgeschäft nicht. Die Mehrheit
in eben jenem zerstrittenen Parteivorstand war bis vor kurzem nicht bereit, eine
in der Vergangenheit inhaltlich bewährte Vorgehensweise für den Wahlkampf zu
tragen, obgleich auch der Parteivorsitzende Zimmermann aus langjähriger Erfahrung hierzu riet.
Völlig außer Acht gelassen und tunlichst verschwiegen wurde
dabei von Teilen des Vorstands übrigens die Tatsache, dass das von Bohlen
vorgeschlagene Wahlkampfkonzept bei den letztlich persönlich Betroffenen, den
einzelnen Kandidaten, eine überzeugende Mehrheit gefunden hatte. Von 25
Direktkandidaten hatten sich schon 16 für Bohlens Konzept ausgesprochen und den
Vorstand mit ihrer Unterschrift aufgefordert dieses umzusetzen. Dies ist eine
knappe 2/3-Mehrheit aller SPD-Direktkandidtaen. Das sich ein Parteigremium zunächst
gegen diesen deutlichen Wunsch der klaren Mehrheit seiner Kandidaten stellte,
gibt zu denken. Demokratie!? Es zeigte einmal mehr die offenbar vorherrschende
Doppelzüngigkeit einzelner Handelnder. Immerhin, vor wenigen Tagen wurde dann
doch noch zugunsten des bewährten Verfahrens gestimmt. Die Beschlüsse des
Errftstädter SPD-Vorstandes sind innerhalb kürzester Zeit schon einmal konträr
zur Meinung einer Sitzung davor. Der nun doch gefasste Beschluss erscheint mir
weniger ein Zeichen der Einsicht, als mehr ein Zeichen "kalter Füße"
im Falle eines schlechten Ergebnisses selber dafür verantwortlich gemacht zu
werden.
Beim Blick in den Kalender wird deutlich, wie eng die
Situation und Zeitschiene ist, in knapp 2,5 Monaten ist Wahl. Das reicht kaum
aus um einen überzeugenden Wahlkampf zu organisieren oder gar zu führen. Man kann eigentlich nicht mehr
gewinnen, wer die Verantwortung übernimmt kann nur verlieren. Hoffentlich macht
man am Ende nicht dann doch wieder diejenigen dafür verantwortlich, die nun das
Risiko der Wahlkampforganisation auf sich nehmen und nicht kneifen. Diejenigen die in schwierigen Zeiten bereit sind Verantwortung zu tragen.
Deswegen bleibe ich dabei: tragisch ist die Rolle des Parteivorsitzenden
Alfred Zimmermann. Es tut mir leid, dass er in dieser schwierigen Situation das
Schiff steuern und versuchen muss auf Kurs zu halten. Für die Art, wie er dies bisher meistert mein Respekt!
Grüße
Uwe Wegner
(Uwinho)
(Uwinho)
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