Wenn in der Politik mit gespaltener Zunge agiert wird
Vor einigen Tagen habe ich in der Zeitung von einer
Vorstandssitzung der SPD Erftstadt gelesen, quasi meinem ehemaligen „Wohnzimmer“.
Die beiden mittlerweile öffentlich bekannten Lager gerieten einmal mehr in
Streit über die Frage, wie der Kommunalwahlkampf geführt werden solle.
Immerhin, der Wahlkampf findet bereits im Mai statt, viel Zeit ist da für große
Konzepte nicht mehr. Erstaunt bin ich über die Tatsache, dass damit vor allem
noch unter meiner Zeit als Vorsitzender gefasste Beschlüsse des Gremiums offenbar neu diskutiert
wurden. Sei es drum. Ich hatte a angekündigt mich
dem Thema Transparenz und Offenheit, der Sprache der gespaltenen Zunge zu
widmen. Nachdem sich die angesprochene Berichterstattung bei mir nun etwas
gesetzt hat, mache ich nun den ersten Aufschlag.
In diesem Bericht (Rundschau) erklärte die Landtagsabgeordnete
Dagmar Andres öffentlich, der Fraktionsvorsitzende Bernd Bohlen müsse verstehen,
dass die Zeiten des Alleinherrschens vorbei seien.
Generell wird von vielen immer wieder die politische
Forderung vorgetragen: „Wir müssen offener und transparenter sein. Alle Entscheidungen
müssen offen diskutiert werden, Kritik muss jederzeit vorgetragen werden dürfen.“
Gepaart mit der Floskel „Basisdemokratie statt Demokratur. Niemand darf alleine
entscheiden.“
Klar, kommt eine solche Phrase bei der Allgemeinheit gut an,
aber stimmt sie auch? Gegen solches Vorgehen hat ja kaum einer etwas
einzuwenden. Gerade in Bezug auf die aktuelle Auseinandersetzung in der SPD
Erftstadt?! Wie ist das Innenleben einer solchen Partei, was man als „Normalbürger“
so gar nicht wahrnimmt? In einer Gesellschaft,
in der bestimmte Behauptungen kaum mehr hinterfragt werden, sind es genau die
oben genannten Floskeln, die allzu oft als rechtfertigendes Totschlag-Argument
für zum Teil ehrabschneidende Kritik an anderen Menschen dienen.
Man muss gerade in diesem Zusammenhang leider auch tiefer in
die Thematik und auch die Historie der Erftstädter Politik einsteigen. Aus
diesem Grunde erlaube ich mir dieses Thema in meinen Blog in mehrere (Forstetzungs-)Teile
zu splitten. Es gibt hier so viel zu sagen und zu schreiben, dass dies den
Rahmen eines einzigen Blog-Beitrages definitiv sprengen würde.
Für heute will ich jedoch jetzt ein klares Statement
abgeben, welches ich am Ende dieser (Forstezungs-)Teile noch einmal aufgreifen
und erläutern werde:
Tragisch ist bei der aktuellen Situation die Rolle des
Parteivorsitzenden Alfred Zimmermann. Wie der Presse zu entnehmen ist, fühlt
auch er das Vertrauen in seine Person von Teilen des Vorstandes entzogen und denkt
über einen Rücktritt nach. Neben zahlreichen Gesprächen zur Lösung der Probleme
im Zusammenhang mit der eigentlichen Kandidatenaufstellung sorgen innerhalb kürzester
Zeit die gleichen Personen für einen erneut öffentlichkeitswirksamen
Streit, der ohne jede Frage negative Auswirkungen auf die Wahlchancen hat und
die Stellung des eigenen Parteivorsitzenden deutlich schwächt. Und das wo der diesmal nicht mehr Uwe Wegner heißt. Erstaunlich. Nur die wenigsten aktuellen Vorstandsmitglieder
sind wirklich in der Lage eine inhaltliche Ausrichtung und Umsetzung eines Wahlkampfes
zu gewährleisten. Neben den internen Querelen ist es alleine vom Zeitablauf
nunmehr kaum möglich bis Mai einen überzeugenden Wahlkampf zu führen. Der SPD Erftstadt droht somit ein noch schlimmeres
Fiasko als bei der Bürgermeisterwahl 2013. Ich denke Zimmermann sollte sich
dies als Parteivorsitzender nicht mehr länger antun. Er hat sich als Seele von
Mensch, als SPD-Urgestein, als stellv. Bürgermeister sowie Ortsbürgermeister
von Köttingen über Jahrzehnte hinweg eine parteiübergreifende Anerkennung erarbeitet, mit der er es
nicht nötig hat, sich von Teilen des Vorstandes demontieren zu lassen. Am Ende
werden es nämlich wieder genau diejenigen sein, die Konsequenzen von der Spitze
in Partei und Fraktion für ein Desaster fordern, welches ohne ihr eigenes
verantwortungsloses Handeln in dieser Form nicht eingetreten wäre. Zu lange
haben Teile des Parteivorstandes die notwendigen Weichenstellungen blockiert
und diejenigen, die ihre Erfahrungen hätten rechtzeitig einfließen lassen
können ausgebremst. Nicht Zimmermann sollte dafür am Ende die Verantwortung
übernehmen müssen. Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, wovon ich rede ….
Beste Grüße,
Uwe Wegner
(Uwinho)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.