Warum wird der fertige Parkplatz am Bahnhof nicht eröffnet?
Stell dir vor du hast etwas, nutzt es aber nicht. So geht es der Gemeinde Weilerswist. Sie verfügt am Bahnhof Weilerswist über einen seit Monaten fertiggestellten P+R-Platz, nur nutzen tut sie ihn nicht.
Klar, sie selber sowieso nicht, als sog. Körperschaft des öffentlichen Rechts, aber sie selber sperrt auch die eigenen Bürgerinnen und Bürger von der möglichen Nutzung aus.
Mit offensichtlich fadenscheinigen Gründen müsse hier erst auf den kompletten Ausbau der Bonner Straße gewartet werden.
Der Presse war zu entnehmen, dass der Bürgermeister wohl dahingehend argumentiere, dass man es den Nutzern nicht zumuten könne, über einen holprigen Bahnübergang zu fahren, um zu diesem P+R-Platz zu gelangen. Der Haken dabei: dies tun die P+R-Kunden aber auch derzeit schon. Der Weg zum aktuellen, provisorischen (und ähnlich holprigen) P+R-Platz führt über exakt den gleichen Bahnübergang. Diese Argumentation ist also nicht stichhaltig, ganz im Gegenteil.
Die Fahrzeuge müssen nun aktuell auch noch an den Zufahrten von Rewe und Netto vorbei fahren um zum provisorischen P+R-Platz zu gelangen. Für diese Örtlichkeit mit seinen zwei Supermarkt-Zufahrten (sowie einer weiteren in der Nähe befindlichen Zufahrt zur Firma Schulte) sorgt dies eher für unübersichtliche und bisweilen nicht gänzlich ungefährliche Situationen. Einfacher und für den Verkehrsfluss sinnvoller wäre es, wenn man direkt (vom Ortskern kommend) nach dem Bahnübergang rechts zum fertigen P+R-Platz abbiegen würde. Auch wenn dies, so oder so über einen holprigen Weg erfolgt.
Darüber hinaus argumentiert der Bürgermeister wohl, der derzeitige provisorische P+R solle seiner Vorstellung nach auch nach der Eröffnung des neuen P+R weiter genutzt werden. Der Parkdruck sei entsprechend hoch und die neue P+R-Anlage sei zu klein. Diese Argumente finde ich erstaunlich. Erstens stellt sich die Frage, warum bei einem scheinbar derart hohen Parkdruck nicht erst Recht ein fertiggestellter Parkplatz freigegeben wird, zweitens müssen sich dann aber auch Bürgermeister, Verwaltung und Rat die Frage gefallen lassen, warum man eine derartige Fehlplanung (zu kleine P+R-Anlage) beschließen und veranlassen konnte.
Fakt ist zudem auch, dass diverse Bahnhofsanwohner durch den derzeitigen Park-Such-Verkehr unnötig strapaziert werden. Man kann es gut oder schlecht finden, aber es ist nun einmal Tatsache: zahlreiche Menschen möchten am liebsten direkt an den Bahnsteigen parken, zumindest möglichst nah daran. Der provisorische P+R-Platz ist da einigen Fahrzeugführern eben schon zu ablegen und wird nur dann aufgesucht, wenn man in den anliegenden Straßen am Bahnhof (Bahnhofsallee etc.) keinen Parkplatz findet.
Weiterhin ist es Tatsache, dass der derzeitige provisorische P+R in keiner Weise ausgeleuchtet ist. Die dunkle Jahreszeit beginnt bereits und ich möchte mir nähere Ausführungen zum Thema "Angsträume" (z. B. Frauen alleine auf einem abgelegenen Parkplatz in der Dunkelheit, etc.) wahrlich ersparen. Die wenigen Leuchten auf der Zuwegung reichen bei weitem nicht aus, um eine Sicherheit zu offerieren.
Darüber hinaus sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Gemeinde eine sog. Verkehrssicherungspflicht hat. Der provisorische Parkplatz ist nahezu überhäuft mit diversen (Schlag)Löchern.
Man kann all` dieses hinnehmen und warten. Oder aber man hinterfragt. Dies habe ich getan: in einem offenen Brief mit dem vorgenannten Inhalt. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.
Grüße bis dahin,
Uwe Wegner
(Uwinho)
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