Montag, 8. September 2014

Offener Brief an Herrn Bürgermeister Schlösser

Macnhmal muss man sich auch an "Parteifreunde" wenden


Mit Datum vom 07.09.2014 habe ich einen offenen Briefe an Herrn Bürgermeister Schlösser gesandt, den ich in diesem Blog-Beitrag im Wortaut einfügen möchte:


Offener Brief


P+R-Platz am Bahnhof Weilerswist



Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schlösser,

mit diesem offenen Brief möchte ich Sie auf die für viele Bürgerinnen und Bürger nicht nachvollziehbare Situation am Bahnhof Weilerswist ansprechen.

Seit geraumer Zeit ist die neu angelegte P+R-Fläche fertiggestellt, darf aber nicht genutzt werden. Dies ist nicht nachvollziehbar. Mit dem dadurch gelieferten Gesprächsstoff (auch in sozialen Netzwerken und den Medien) erlangt Weilerswist mittlerweile einen Bekanntheitsgrad über die eigene Gemeindegrenze hinweg.

Ich möchte Sie eindringlich bitten dafür Sorge zu tragen, dass der fertige P+R unverzüglich geöffnet wird.

Der Presse habe ich entnommen, dass Sie sich wohl dahingehend geäußert haben, die P+R-Anlage werde geöffnet, wenn der komplette Umbau der Bonner Straße erfolgt sei. Sie argumentieren demnach, dass man es den Nutzern nicht zumuten könne, über einen holprigen Bahnübergang zu fahren um zu diesem P+R-Platz zu gelangen.

Herr Bürgermeister, dies tun die P+R-Kunden auch derzeit schon. Der Weg zum aktuellen, provisorischen P+R-Platz führt über exakt den gleichen Bahnübergang. Diese Argumentation ist nicht stichhaltig, ganz im Gegenteil.
Die Fahrzeuge müssen aktuell auch noch an den Zufahrten von Rewe und Netto vorbei fahren um zum provisorischen P+R-Platz zu gelangen. Für diese Örtlichkeit mit seinen zwei Supermarkt-Zufahrten (sowie einer weiteren in der Nähe befindlichen Zufahrt zur Firma Schulte) sorgt dies eher für unübersichtliche und bisweilen nicht gänzlich ungefährliche Situationen. Einfacher und für den Verkehrsfluss sinnvoller wäre es, wenn man direkt nach dem Bahnübergang rechts zum fertigen P+R-Platz abbiegen würde.

Darüber hinaus argumentieren Sie, der derzeitige provisorische P+R solle Ihrer Vorstellung nach wohl auch nach der Eröffnung des neuen P+R weiter genutzt werden. Der Parkdruck sei entsprechend hoch und die neue P+R-Anlage sei zu klein.
Diese Argumente finde ich erstaunlich. Erstens stellt sich die Frage, warum bei einem scheinbar derart hohen Parkdruck nicht erst Recht ein fertiggestellter Parkplatz freigegeben wird, zweitens müssen sich dann aber auch Bürgermeister, Verwaltung und Rat die Frage gefallen lassen, warum man eine derartige Fehlplanung (zu kleine P+R-Anlage) beschließen und veranlassen konnte.

Fakt ist, dass diverse Bahnhofsanwohner durch den derzeitigen Park-Such-Verkehr unnötig strapaziert werden. Man kann es gut oder schlecht finden, aber es nun einmal Tatsache, zahlreiche Menschen am liebsten direkt an den Bahnsteigen parken möchten, zumindest möglichst nah daran. Der provisorische P+R-Platz ist da einigen Fahrzeugführern eben schon zu ablegen und wird nur dann aufgesucht, wenn man in den anliegenden Straßen am Bahnhof (Bahnhofsallee etc.) keinen Parkplatz findet.

Weiterhin ist es Tatsache, dass der derzeitige provisorische P+R in keiner Weise ausgeleuchtet ist. Die dunkle Jahreszeit beginnt bereits und ich möchte mir nähere Ausführungen zum Thema "Angsträume" (z. B. Frauen alleine auf einem abgelegenen Parkplatz in der Dunkelheit, etc.) wahrlich ersparen. Die wenigen Leuchten auf der Zuwegung reichen bei weitem nicht aus, um eine Sicherheit zu offerieren.

Darüber hinaus möchte ich Sie hier auch auf die sog. Verkehrssicherungspflicht hinweisen. Der provisorische Parkplatz ist nahezu überhäuft mit diversen (Schlag)Löchern. Ich für meinen Teil beabsichtige, sofern der ordentliche, neue P+R-Platz nicht unverzüglich geöffnet wird, die Gemeinde Weilerswist und ihre (nicht)handelnden Organe in Haftung zu nehmen, wenn an meinem Fahrzeug wegen der angesprochenen Schlaglöcher ein Schaden entstehen sollte.


Erlauben Sie mir abschließend noch einige Fragen aufzuwerfen. Insbesondere da ich davon ausgehe, dass die neue P+R-Anlage aus öffentlichen Fördermitteln (vermutlich der sog. Modernisierungsoffensive der Bahn) finanziert wurde:

1. Wie hoch waren die bisherigen Kosten für den Bau des bisher ungenutzten P+R-Platzes?

2. Wie hoch waren dabei die Anteile, die die Gemeinde Weilerswist aufbringen musste und wie verteilen sich die übrigen Investitionskosten auf welche Fördermittelgeber?

3. Wann müssen Fördermittel zurückgezahlt werden, sprich: wie lange kann der P+R-Platz noch ohne Rückforderungen eines oder mehrerer Fördermittelgeber geschlossen bleiben?

4. Wie gedenken Sie mit der sich langsam beginnenden "Spontan-Vegetation" (sicher gefördert durch "Brach-Liegen" und "Nicht-Nutzen") umzugehen?

Ihrer Antwort sehe ich mit Spannung entgegen.

Mit freundlichen
Grüßen

Uwe Wegner

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