Mittwoch, 2. April 2014

Jetzt weed op d`r Trumm jeklopp

Kölsches Liedgut im Wahlkampf

Wie heißt es im kölschen Liedgut doch gleich!? „Jetzt weed op d`r Trumm jeklopp, jetzt jeiht et widder loss…..“ Okay, meine kölsche Rechtschreibung mag Schwächen haben, meine Wahrnehmung jedoch nicht.

Es beginnt der Wahlkampf, die Parteien, vielmehr einzelne Kandidatinnen und Kandidaten bringen sich in Stellung. Das betrifft vor allem die Kommunalwahl nächsten Monat, die Europawahl wird gar nicht so intensiv wahrgenommen und beworben. Dabei hat Europa in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sei es für den Handel mit Bananen, Gurken oder Leuchtmitteln. Wir sind alle intensiv betroffen. Manchmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

So manche Kommunalpolitiker kloppen jetzt auch wieder auf ihre Trumm, schlagen sich dabei auch selber auf die Brust. Ich will vieles davon keineswegs kritisieren. "Tue gutes und rede darüber" ist ein bewährter Spruch, der auch als angebracht bezeichnet werden kann. Und auch klappern gehört bekanntlich zum Handwerk. Viele kommunale Mandatsträger haben in den letzten fünf Jahren ihrer Tätigkeit in Räten und Kreistagen konsequent ihre Linie vertreten. Wenn eine Neuwahl ansteht darf und muss man auf eigene Erfolge verweisen. Warum auch hinter dem Berg halten, wofür man steht!?

Allerdings gilt es genau hinzuschauen. Vielfach befassen sich die Wählerinnen und Wähler leider immer erst kurz vor der Wahl damit, was ihre Volksvertreter so machen. Oft bleibt der Blick dabei nur auf Ankündigungen und Absichten beschränkt. Ich würde mir wünschen, wir Wähler würden alle über den gesamten Zeitraum die Arbeit der einzelnen Fraktionen bzw. Handelnden in unseren Räten und Kreistagen bewerten. Dann bliebe uns jenes Phänomen vielleicht erspart, was ich gerade in diesen Tagen wieder mehrfach erlebe. Das Trommeln auf die eigene Werbetrommel, das sich breit in die Brust legen, das Blenden, die Effekthascherei und vieles mehr. Ich weiß wovon ich rede: in etwas mehr als neun Jahren Ratstätigkeit in Erftstadt und in den diversen Wahlkämpfen habe ich so einige Erfahrungen sammeln können. Und doch: an dieses „Mister Wichtig-Gehabe“ Einzelner kann und will ich mich nicht gewöhnen.

Um es klar zu sagen, dieses Phänomen trifft nur auf einzelne Lokalpolitik/innen zu. Die Meisten machen solide ihre Arbeit. Auch wenn ich sachlich manchmal Dinge anders bewerten mag, so respektiere ich deren Engagement. Aber diese Mister-Wichtig-Typen gehen mir gewaltig auf den Zeiger und machen durch ihre oft penetrante Art generell einen eher peinlichen Eindruck auf die Politik insgesamt, die seriösen Politiker/innen nehmen durch die Effekthascher leider mit Schaden in ihrem Ansehen.

Da gibt es in meiner alten Heimat (Erftstadt) Stadtverordnete, die sind nach fast fünf Jahren Tätigkeit offenbar gerade rechtzeitig zur Wahl aufgewacht. Da werden jetzt auf Teufel komm` raus die zum Teil noch so sinnfreiesten Anträge formuliert, die politischen Gremien mit Unfug beschäftigt. Zumindest mit Themen, die die Antragssteller auch anders, vor allem zum Teil schneller und effektiver hätten erledigen können. Oder vielleicht müssen!?

Ein Beispiel: da wird beantragt, dass entlang eines Schulweges mehr Mülleimer aufgestellt werden, damit es sauberer wird. Da fasse ich mir doch ehrlich an den Kopf. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit zusätzlicher Müllbehältnisse will ich gar nicht in Frage stellen, aber dafür wird in Erftstadt nun tatsächlich ein Ausschuss befasst!?! Ein kurzes Gespräch mit den in der Stadtverwaltung dafür zuständigen Stellen wäre vielleicht der effektivere und vor allem schnellere Weg gewesen. Ich gebe zu, auch ich habe während meiner Ratstätigkeit schon mal Anträge formuliert, die vermeintlich simpel waren, etwa betreffend der Sauberkeit an Bushaltestellen. Allerdings, dies sei ebenfalls erwähnt, waren Gespräche im Vorfeld hier – sicher auch aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten (Stadt, Verkehrsunternehmen) – leider erfolglos. Wenn aber so kurz vor der Wahl (!) derartige Anträge formuliert werden, denke ich mir meinen Teil. Insbesondere dann, wenn der hierfür federführende Lechenicher Stadtverordnete Krupp während der vorherigen Jahre Ratstätigkeit für meinen Geschmack mehr als selten mit Anträgen aufgefallen ist. Von wirklichen Ideen, Ansätzen oder gar Visionen für die Entwicklung nachhaltiger Strategien und Perspektiven für die Stadt ganz zu schweigen. Seine anderen politischen Tätigkeitén ließen eine intensivere Einbringung im Stadtrat bisher vielleicht aher auch einfach nur nicht zu. Das kann sich ja nun geändert haben. Immerhin: er und seine Lechenicher Parteifreunde haben in den Wochen vor der Wahl aber noch etwas spektakuläres festgestellt: Es sei schlimm, dass Abfälle mit teilweise erschreckenden Folgen für Mensch und Tier einfach in der Umwelt entsorgt würden. Trommelwirbel ...´für diese Feststellung ... und für die Kommunalwahl am 25.05.2014;

Im nächsten Blog-Beitrag werfe ich den Blick auf die Trommeln in Weilerswist, meiner neuen Heimatgemeinde.

Grüße,

Uwe Wegner
(Uwinho)

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